Reiseberichte 1999

Trachtengruppe St.Johann e.V.

Wie heißt es doch so schön, wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Doch der Freitagmorgen, sah noch nicht danach aus, es war dunkel, kalt und es regnete. Die Gesichter im Bus waren dementsprechend noch müde und mit Skepsis sah man den kommenden Dingen entgegen. Nachdem es hell wurde, machte wir Halt auf einer Autobahnraststätte zu einer kurzen Frühstückspause. Gestärkt mit Kaffee, Brezeln, Wurst und Käse, sah die Welt aber schon anders aus. Wo hin man auch hörte, die wohl meist gestellte Frage an diesem Morgen war, ob man sich auch verständigen könne und bei wem und wo man untergebracht wird.
Diejenigen Teilnehmer die schon einmal in Thénezay waren, konnten auf diese Fragen nur positiv antworten und dass man sich keine Gedanken machen soll. So manche Anekdote wurde daraufhin erzählt und so flog die Zeit nur so dahin.
Die zweite Rast machte man, um an einer Führung durch das seit dem Mittelalter sehr gut erhaltenen Hotel-Dieu, dem Hospital von Beaune das früher bei den Armen und später auch bei den Adeligen sehr berühmt geworden ist, teilzunehmen. Nach diesen sehr ausführlichen und interessanten Informationen war so manch einer froh, dass er diese Zeit nicht erlebt hat.
Um die immer noch lange Busfahrt zu verkürzen, wurden die Spielkarten hervorgeholt und mit Skat und Binokel vertrieben wir uns die restliche Zeit.
Nach 16 stündiger Busfahrt und mit 2 Stunden Verspätung kamen wir müde in Thenezay an. Aber die Herzlichkeit mit der wir empfangen wurden, ließen die ganzen Ermüdungserscheinungen von uns abfallen. Bei einem Aperitif und kleinen Häppchen für den Hunger (sehr gut) wurden die ersten Kontakte, wenn auch teilweise mit leichten Verständigungsschwierigkeiten, geknüpft. Diejenigen, die das erste Mal dabei waren, suchten sich anhand einer Liste mit Nummern Ihre Gastfamilie.
Mit unserer Sonntagstracht trafen wir uns am Samstagmittag vor dem „Hotel de Ville“ in Thenezay, um bei dem Festzug vom Rathaus zur Festhalle einen heimatlichen Akzent zu setzen.
Vor der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden wurden feierliche und teilweise, bedingt durch die Übersetzungen, lange Reden gehalten. Als zum Schluss von der Trachtenkapelle Würtingen und dem Musikverein aus Thénezay die Nationalhymnen und gemeinsam die Europahymne erklangen, kamen so manch einem doch die Tränen.
Anschließend gab es wie üblich den obligatorischen Aperitif und die kleinen wohlschmeckenden Häppchen. Großes Buffet gab es am Samstagabend bei der „Fête de jumelage“ Nach, wie üblich, abwechslungsreichem Essen mit vielen Köstlichkeiten, konnten wir unter großem Beifall und mit Unterstützung der TrachtenkpellQ Würtingen einige unserer Volkstänze vorführen.
Herzlichen Dank daIr an die Musiker für die hervorragende und bestimmt nicht leicht zu spielende Musikbegleitung. Bei keltischer und schwäbischer Volksmusik wurde teilweise die Partnerschaft bis in den frühen Morgen gefeiert. Der Sonntag stand zur freien Verfügung. Für die „Neuen“ gab es Gelegenheit mit dem Bus den Kanton Thénezay zu erkunden, oder einen Spaziergang zu unternehmen.
Den passenden Rahmen für den Abschluss der Partnerschaftsfeierlichkeiten am Sonntagabend bildete das mittelalterliche Schloß der Familie du Dresnay.
Nach einem feierlichen Konzert des französischen Musikvereins und nachfolgendem Buffet mit vielen verschiedenen (nicht immer bekannten) Gerichten, konnten wir noch einmal einige Tänze zur Darbietung bringen. Gerne hätten wir, nach den Reden des französischen Landrats und der Bürgermeister noch einmal das Tanzbein geschwungen, aber leider hob Madame Desforges zum Bedauern aller die Festlichkeit recht früh auf.
Einige Tanzbegeisterte aus Thénezay und St.Johann wollten den Abend aber noch nicht so schnell beenden und mit Walzer, Polka, und Discomusik ließen wir gemeinsam den letzten Abend in der Partnergemeinde ausklingen.
Für diese schöne, aber leider viel zu kurze Zeit, möchten wir unseren französischen Gastfamilien herzlich danken und freuen uns schon auf das Wiedersehen in St.Johann im April 2000.

1. Vorstand Dieter Börgmann

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Musikverein Würtingen e.V.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag starteten wir pünktlich um 24.00 Uhr mit einem vollbeladenen Bus, gefüllt mit Gepäck, Gastgeschenken und Bier, voller Erwartung zur offiziellen Partnerschaftsfeier nach Th6nezay. Nach kurzweiliger Fahrt, die einige auch zum Schlafen nutzten, kamen wir um 8.00 Uhr in Paris an. Unsere Reiseleiterin, Doris Dollinger, konnte uns in den 4 Stunden Aufenthalt einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Paris zeigen. So erfuhren wir, dass der Eifelturm mit 2,5 Millionen Nieten und 40 Tonnen Farbe zusammengehalten wird. Zum ersten Mal sahen wir ein „Hundehaufenstaubsaugermofa‘. Die Straßen von Paris werden täglich von 70 Tonnen Hundehaufen durch diese Fahrzeuge befreit. Zu Fuß kamen wir am Hotel Ritz an. Uli und Stefan wurden gleich am Eingang abgefangen, da sie nicht das richtige Outfit hatten. Um im Pariser Autoverkehr nicht unterzugehen, hat sich unser Chauffeur Roland dem Pariser Fahrstil sehr schnell angepasst – blinken – hupen – gasgeben. Nachdem wir so die Stadt wieder verlassen hatten, fuhren wir weiter Richtung Thénezay. Dort angekommen, empfing uns die Delegation de Jumelage mit Musik und Aperitif. Nach der Zimmerverteilung ging es zum Mitternachtsdiner zu unseren Gastfamilien. Nach einer kurzen Nacht in französischen Betten übten wir gemeinsam mit unseren französischen Musiker‘ kollegen die Europahymne ein. Danach ging es zum dreistündigen Mittagessen. Der Festzug verzögerte sich deshalb ein wenig, was jedoch keinen sonderlich aus der Fassung brachte, da die Franzosen eine andere Auffassung von Pünktlichkeit haben als wir. Nach Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde, diversen Reden und Geschenkaustausch folgten die Nationalhymnen und das gemeinsam gespielte Europalied unter der Stabführung von unserem Dirigenten, Reinhard Langer, das viele tief bewegte. Die anschließende Baumpflanzung umrahmten wir abwechselnd mit unseren französischen Musikerkollegen. Danach hatten wir etwas Zeit, uns die Umgebung (große landwirtschaftliche Anwesen) anzuschauen.
Mit leckeren Häppchen (Tobias konnte den Vorzug der französischen Küche – Schnecken – kennenlernen, was ihm jedoch nicht so behagte), Kir royal und schöner Blasmusik, gespielt von der Trachtenkapelle Würtingen, wurde der Festabend eröffnet. Abwechselnd wurde geschlemmt und musiziert. Die gemeinsame Darbietung mit der Trachtengruppe St.Johann fand beim gesamten Publikum sehr großen Anklang. Zum Abschluß des großartigen Menüs rissen wir das Publikum nochmals von den Stühlen. Für uns war es eine neue Ehrung, dass auf den Deutschmeister Regimentsmarsch eine Polonaise getanzt werden kann. Diese Begeisterung des Publikums übertrug sich auf unsere Kapelle und so spielten wir bis in die frühen Morgenstunden.
Nach einer weiteren kurzen Nacht in französischen Betten, mussten wir unsere Koffer wieder packen und unseren neu gewonnenen Freunden schon wieder „Au revoir“ sagen. Wir freuen uns, wenn sie im Frühjahr 2000 zu uns kommen und hoffen, dass wir die uns entgegengebrachte Gastfreundschaft ebenso erwidern können.
Nach diesem Ausflug können wir sagen: Trotz anfänglicher Skepsis, wurde die lange Reise für uns alle zu einem tollen, unvergesslichen Erlebnis.

Frankreichausflug des Musikverein Würtingen nach Thénezay

1. Vorsitzenden Sonja Mayer

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